Das Projekt richtet sich gleichermaßen an Interessierte, Schulklassen und Kindergartengruppen aus der Region sowie an die Patientinnen der Klinik, die die Wiese im Rahmen ihrer Therapie und zur Erholung nutzen können. Im Haus Immanuel werden alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen therapiert, die von ihren Kindern begleitet werden können.
Auf der neu angelegten Streuobstwiese wachsen verschiedene regionale Obstsorten. Entlang des Lehrpfads informieren anschauliche Stationen über heimische Tier- und Pflanzenarten, den ökologischen Wert von Streuobstwiesen sowie den nachhaltigen Umgang mit der Natur. Schulklassen erhalten hier die Möglichkeit, ökologische Zusammenhänge direkt vor Ort zu entdecken und praktisch zu erleben. In direkter Nachbarschaft der Wiese befinden sich derzeit 14 Bienenstöcke des Haus Immanuel, für die das Blütenangebot der Streuobstwiese eine wichtige Nahrungsquelle darstellen wird.
„Die Streuobstwiese ist weit mehr als eine Grünfläche. Sie schafft einen geschützten Raum, in dem Begegnung, Bewegung und Naturerfahrung möglich werden. Für unsere Patientinnen bedeutet sie einen Ort der Ruhe, an dem sie neue Perspektiven entwickeln und die heilsame Wirkung der Natur erleben können. Gleichzeitig öffnen wir unser Gelände für die Öffentlichkeit und fördern Umweltbildung auf lebendige Weise“, betonte Andrea Wachtel, Standortleitung im Haus Immanuel.
Auch Thomas Engel, Regierungsvizepräsident von Oberfranken fand lobende Worte: „Diese Streuobstwiese verbindet therapeutische Zwecke, stärkt die Biodiversität und fördert die Sensibilisierung für unsere Umwelt. Dass dieser Ort auf dem Gelände einer Klinik für suchtkranke Frauen und ihre Kinder entstanden ist und zugleich allen Menschen offensteht, verleiht ihm eine besondere Bedeutung. Hier wachsen nicht nur Bäume und Obst, sondern auch Wissen, Begegnung und neue Perspektiven. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Natur, Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbunden werden können.“ Gerne habe die Oberfrankenstiftung dieses wunderbare Projekt mit 6.500 Euro gefördert.
Martin Bernreuther, Bürgermeister der Marktgemeinde Thurnau, würdigte das Projekt ebenfalls: „Hier wird eindrucksvoll gezeigt, wie Gesundheitsförderung, Naturschutz und Bildung zusammenwirken können. Die neue Streuobstwiese ist ein Gewinn für die Klinik, für unsere Schulen und für die gesamte Region. Solche Projekte stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machen Nachhaltigkeit unmittelbar erfahrbar.“
Ermöglicht wurde die Umsetzung durch die großzügige Unterstützung vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken (ALE) in Bamberg und der Oberfrankenstiftung in Bayreuth. Lothar Winkler, Amtsleiter des ALE, erklärte: „Als staatliche Institution übernehmen wir Verantwortung für die Region. Dieses Projekt verbindet ökologische Nachhaltigkeit mit sozialem Engagement und schafft einen langfristigen Mehrwert für viele Menschen. Wir freuen uns, einen Beitrag dazu leisten zu können.“ Stolze 50.000 Euro steuerte das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken im Rahmen des Förderprogrammes Flur Natur zum Projekt bei. Winkler dankte allen Beteiligten für ihren unermüdlichen Einsatz, allem voran dem Haustechnik Team der DGD Fachklinik Haus Immanuel, die einen nicht unerheblichen Teil der Arbeiten in Eigenregie erledigten.
Auch der ehemalige Klinikleiter des Haus Immanuel Gotthard Lehner, der dieses Projekt ins Leben gerufen und die Fördermittel akquiriert hatte, zeigte sich beeindruckt und zufrieden: „Gemeinsam ist es gelungen, aus einer Vision einen lebendigen Ort zu schaffen, der Natur, Gesundheit und Gemeinschaft verbindet. Für unsere Patientinnen und ihre Kinder bietet die Streuobstwiese die Möglichkeit, positive Erfahrungen zu sammeln und Zukunft zu gestalten. Dass dieser Ort nun auch Besucherinnen und Besucher zum Entdecken und Verweilen einlädt, ist für mich das schönste Zeichen dafür, dass nachhaltige Projekte weit über ihren ursprünglichen Zweck hinaus wirken können.“
Die DGD Fachklinik Haus Immanuel dankte allen Beteiligten, den Förderern sowie den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die das Vorhaben begleitet haben. Die Streuobstwiese soll sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln und regelmäßig für Umweltbildungsangebote, gemeinsame Pflanz- und Pflegetage sowie therapeutische Aktivitäten genutzt werden.
Hier geht's zum YouTube Video über die Entstehung der Streuobstwiese ...

